Ludwig Müllers in Wortspielen verpacktes Figurenkabinett

Ludwig Müllers in Wortspielen verpacktes Figurenkabinett

von Isabella Kreim

Die Ingolstädter Kabaretttage begannen letzte Woche mit einer Derniere. Ludwig Müller, Österrreicher und Wahlmünchner, spielte in der Neuen Welt zum letzten Mal sein Programm „Unverpackt“. Untertitel: „Was lange gärt wird endlich Wut“.
„Unverpackt“ ist eine ziemlich lose Sammlung aus Ludwig Müllers „Zwangsstörung“, den Schüttelreimen, aus Geschichten einer Familie wie seiner mit einem 13jährigen Sohn, also Homeschoolong oder einem Englisch-Referat über Bayern. Müller mokiert sich über Anglizismen oder den Kurznachrichtenstil der jungen Generation, den Müller mit Schaubildern als Publikumsraten präsentiert. Müller erzählt Witze über Bayern und Österreicher, oder er demonstriert seinen Tiroler Heimatdialekt mit den kehligen Frikativen einfach nur sehr komisch in einer telefonischen Suchanleitung.
Vor allem aber führt Ludwig Müller ein herrliches Figurenkabinett seiner Mitbewohner in einem Wiener Mietshaus oder bei Wirtshausgesprächen vor.
Lust am Sprachspiel, an Dialektbesonderheiten, an unterschiedlichen Sprachstilen und natürlich Schüttelreimen sind das meist charmante, selten auch etwas deftigere Mittel von Ludwig Müller, also doch eine Art Verpackung, um Schwächen, Kuriositäten und Absonderlichkeiten mancher Zeitgenossen aufs Korn zu nehmen.
Dem Tiroler Wirt in Fieberbrunn legt Ludwig Müller die Absurdität eines Verschwörungsschwurblers in den Mund, der in den katholischen Glaubensätzen und Ritualen einen ganz selbstverständlichen Nährboden hat.
Als besonderen Mitbewohner hat Ludwig Müller einen fiktiven Burgschauspieler erfunden. Müller hat für diese Parodie von Claus Peymann liest Thomas Bernhard herrliche Texte im besonderen Sprachduktur von Thomas Bernhard geschrieben, die natürlich auch eine Hommage an diesen Schriftsteller sind.

Weiter geht es  mit den Ingolstädter Kabaretttagen 2023 am kommenden Samstag mit Helmut Schleich im Kultuzentrum neun.  Es folgen vor der Sommerpause Liese-Lotte Lübke am 28. und Schriefl und Bär am 30. Juni, sowie Sara Brandhuber am 21. Juli
Neben Einzelticketts gibt es auch drei Abonnementreihen fürs ganze Kabarett-Jahr.  So gibt es das Abo „Scharf und Schwarz“ für die großen Meister auch des politischen Kabaretts. Nach Helmut Schleich werden noch Erwin Pelzig, Matthias Deutschmann , Bruno Jonas und Andreas Rebers nach Ingolstadt kommen. Ein weiteres Abo trägt den Titel „Frech und Frau“ u.a. mit Mia Pittroff im Oktober. Innerhalb des Abos „Verrückt und Verspielt“ sind u.a. Helge Schneider oder der ehemalige Ingosltädter Schauspieler Aurel Bereuter zu erleben.

Einzelkarten bei den üblichen Vorverkaufsstellen und www.ticket-regional.de

Infos zu den Aboreihen: www.kabaretttageingolstadt.de

 

Kulturkanal am 22.05.2023
    
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