Ausstellung Gerda Biernath: Zeiten und Zeichen

von Isabella Kreim

Aus den Linien ihrer Handschrift, auch mal mit dem Schraubenzieher geritzt, entstehen grafische Blätter, aus „Abgehakt“-Häkchen oder Kreuzen entstehen fiktive Listen über Menschen, die registriert wurden, oder Bootsflüchtlinge, die ertrunken sind.
Auf den ersten Blick erinnert nichts an menschliches Elend. In dieser Ausstellung geht es keineswegs blutig zu.
Erst beim nähere Betrachten der Zeichen und Symbole, der Schriftbilder und Rasterbilder erkennt man:
Der Irakkrieg und der Krieg in Ex-Jugoslawien in den 90er Jahren, die bayerische Kreuzdebatte und die Zahl der aktuell in diesem Jahr im Mittelmeer ertrunkenen Flüchtlinge, der Protest gegen die WAA in Wackersdorf, die Apartheid in Afrika in den 70er Jahren, die Beschäftigung mit dem Holocaust und immer wieder das Grundgesetz und die Menschenrechte ...
Die Künstlerin Gerda Biernath setzt seit Jahrzehnten in Schriftbildern, in seriellen Rastersystematisierungen, in zum Bild gewordener Sprache um, was sie als politischen Menschen umtreibt. Aber nicht als politische Propaganda-Plakate, sondern in subtilen grafischen Blättern. Ihre schreibende und ihre zeichnende Hand transformiert das Entsetzen und den Appell für Frieden und Gerechtigkeit in Kunst und damit in eine Ästhetik mit vielfältig gültigen humanen Inhalten.

Do - So 12 - 18 Uhr

Kulturkanal am 07.10.2018
    
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