Tom Neumaier: Geringschätzung jüdischen Lebens

Tom Neumaier: Geringschätzung jüdischen Lebens

von Isabella Kreim

 Der Ingolstädter Künstler Thomas Neumaier hat gemeinsam mit Prof. Micha Brumlik vom Selma -Stern Zentrum für jüdische Studien in Berlin und seinem Münchner Künstlerkollegen Wolfram P. Kastner einen Protest-Brief an den Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier geschrieben.
 Als „kleinlich, unwürdig und erbärmlich“ bezeichnen sie darin das Vorhaben, mit dem das Heidelberg Forum für Kunst gemeinsam mit dem Bundesverband der Bildenden Künstler das Jubiläum „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ begehen will.

Für das Ausstellungsprojekt mit dem Titel „Was bleibt“ werden professionelle KünsterInnen aufgefordert, Zeichnungen oder Fotografien auf einem DIN-A4- Blättern einzureichen, die dann durch ein Magnetsystem an die Wand gepinnt werden, daher, so steht da, dürfen keine Pappen als Untergrund verwendet werden, da sie zu schwer für das System sind.
Und dann steht da noch: Vorgesehen sei eine Ausstellungsvergütung von 20 Euro. Ob dies allerdings überhaupt gezahlt werden könne, hänge von der Höhe des erwarteten Zuschusses ab.
Und für dieses Billig-Projekt hat der Bundespräsident die Schirmherrschaft übernommen.
Abgesehen von dem almosenhaften „Künstlerhonorar“ gerade in Corona-Zeiten, wo ständig davon die Rede ist, man müsse das Überleben der Kunst und die Künstler gewährleisten: Kann man mit einer so läppischen Aktion die kulturelle Bedeutung des jüdischen Lebens über 17 Jahrhunderte würdigen?
Dies sei eiher eine demonstrative Geringschätzung dessen, was Jüdinnen und Juden zur kulturellen Entwicklung beigetragen haben und was ihnen angetan wurde, schreiben Neumaier, Brumlik und Kastner in ihrem Brief an den Bundespräsidenten.

Ein Gespräch mit Thomas Neumaier

 

 

 

Kulturkanal am 05.02.2021
    
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