Altstadttheater: Selbstmörder-Duo "Arthur und Claire"

Altstadttheater: Selbstmörder-Duo "Arthur und Claire"

von Isabella Kreim

So könnte ein schlechter Witz gehen:
Treffen sich ein Selbstmörder und eine Selbstmörderin, finden sich attraktiv und fragen sich: Hängen wir noch nen Tag dran?

Dies ist tatsächlich die Konstellation des Theaterstücks „Arthur und Claire“, das Leni Brem-Keil vom Ingolstädter Altstadttheater inszeniert hat. Als Zweipersonenstück. Und wegen der aufgrund der Abstandsregeln beengten Platzverhältnisse im eigenen Haus hat die Produktion im Kunstausstellungsraum des BBK in der Harderbastei Asyl gefunden.

Aus einer makabren Grundsituation hat der österreichische Autor und Kabarettist Stefan Vögel eine Komödie mit pointierten Dialogen gemacht. Der Mann ist Österreicher, da gehört der Hang zum Morbiden a wohl dazu. Und sein Stoff wurde dann auch mit Josef Hader verfilmt.

Tatsächlich ist dieses Ausgangsszenario eines Selbstmörder-Duos eher der Kick, um eine Kennenlern-Geschichte zu erzählen. Allerdings tragen beide ein ganz schön schweres Paket mit sich. Ihr Mann und ihr Kind sind bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Sie saß am Steuer.
Und er? Ist es wirklich allein der Lungenkrebs, weswegen er seinem Leben vorzeitig ein Ende setzen will? Natürlich nicht. Seit er ein Verhältnis mit der Freundin seines Sohnes angefangen hatte, ist er für seine Familie eh schon gestorben.

Amelie Bauer und Martin Müller haben sich daher auch weniger mit der seelischen Verfassung von Selbstmordkandidaten als mit ihrem Beziehungsspiel beschäftigt.
Es gibt keine Bühne. Die Zuschauer sitzen entlang der Wände des  langgestreckten Raum.  Geschätzte 10 m sind die weißen Matratzen, die Arthurs und Claires Hotelzimmer markieren voneinander entfernt. Und ihre nächtliche Kneipentour und gar die Liebesnacht sind geradezu absurd auf Abstand inszeniert. Daraus entsteht eine ganz eigene Art von Komik, die der sich anbahnenden Liebesgeschichte wohltuend das Kitschelement vermasselt.

16.-18. und am 23. Oktober im Ausstellungsraum in der Harderbastei - Ticketts unter kontakt@altstadttheater.de

Foto: Ina Wobker

Kulturkanal am 02.10.2020
    
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