Ruf des Wassers:  Schimmelpfennigs "Die arabische Nacht"

Ruf des Wassers: Schimmelpfennigs "Die arabische Nacht"

von Isabella Kreim

Das Geräusch des nach oben fahrenden Eisernen Vorhangs geht über in eine Soundcollage aus rauschendem Wasser, vermischt mit entferntem Stimmengewirr oder Schritten, der akustischen Athmo eines Mietshauses. Die fünf Figuren, die rund um eine Badewanne ineinander verknäult zu einem Tiefschlaf-Tableau erstarrt waren, erwachen langsam und lösen sich in Zeitlupe voneinander.
Bereits der Beginn der von Marlene Anna Schäfer inszenierten Aufführung verweist auf den Charakter dieses Stücks, diese Überlagerung von Traum und Wirklichkeit, den Parallelwelten von fünf Menschen in einem westlichen Hochhaus und ihren Sehnsüchten und Ängsten, ihren Erinnerungen, Alpträumen und Phantasien, in denen sie sich als orientalischer Flaschengeist oder Wüstenprinzessin, in einem Beduinenzelt oder zu ewigen Liebesdiensten verdammt wiederfinden.
„Die arabische Nacht“ von Roland Schimmelpfennig hatte am Samstag als letzte Produktion des Stadttheaters Ingolstadt vor der Freilichtaufführung Premiere im Großen Haus.

Foto: Jochen Klenk

Kulturkanal am 06.05.2019
    
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