Seliger und Dahlhausen in Galerie Mariette Haas

Seliger und Dahlhausen in Galerie Mariette Haas

von Isabella Kreim

Eine Ausstellung mit zwei "Malern", witzelte Galeristin Lena Klein am Ende des Künstlergesprächs mit Christoph Dahlhausen und Reiner Seliger. Was daran so lustig ist? Es ist keineswegs Malerei, was derzeit in der Galerie Mariette Haas zu sehen ist. Sondern Autolack auf Aluminiumpaneele oder farbige Schulkreiden oder Glas, gebrochen und im Bildquadrat geschichtet. Und dennoch: Es sieht sehr malerisch aus, was die beiden Künstler zeigen.
Christoph Dahlhausen trägt gängige Autolacke auf unterschiedlich dicke Aluminiumpaneele auf, poliert die Oberfläche stundenlang extrem glänzend, während auf den Seiten, das rauhe, aufgeschnittene Material sichtbar bleibt. "Bodies" im Plural heißt jede einzelne Arbeit. Denn ein Körper ist das Objekt an der Wand, und mindestens ein weiterer Körper, nämlich der des Betrachters, spiegelt sich in der polierten Lackfläche. Und dann gibt es durch die Lichtreflexion noch einen weiteren, immateriellen Körper, eine Art Aura.

Reiner Seliger macht aus Ausschuss, aus zerbrochenem Material, Kunst. Zerbrochene farbige oder weisse Schulkreiden oder Glasbruchstücke schichtet er in quadratischen Formaten zu einer reliefartigen Wandarbeit und haucht damit "Abfall" neues ästhetisches Leben ein.

Foto: Reiner Seliger, Lena Klein, Christoph Dahlhausen

Kulturkanal am 28.10.2018
    
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