Vorberichte Pinter-Einakter und "Pension Schöller"

von Isabella Kreim

Zwei Einakter des erfolgreichen britischen Dramatikers Harold Pinter haben heute Abend im Kleinen Haus des Stadttheaters Ingolstadt Premiere.
"Asche zu Asche", uraufgeführt 1996. Mira Fajfer und Claudio Gatzke spielen ein Pärchen. Er fragt, sie erzählt. Ein dritter Mann, Maik Rogge, agiert zunächst stumm, später übernimmt er Textpassagen des Mannes. 
Aber was erzählt die Frau da alles? Selbst Erlebtes, Angelesenes oder Gehörtes, die Zeit- und Erinnerungsebenen scheinen überblendet. Gerade dass Pinter sein Paar weder zeitlich noch räumlich verortet, ist für Regisseur Boris Brandner das Interessante an diesem Einakter.
Im Zweiten Einakter des Abends, "Der Stumme Diener", spielen wiederum Maik Rogge und Claudio Gatzke. Zwei Männer kommen in einen ihnen unbekannten Kellerraum. Sie sind hierher bestellt, um auf ihren Auftrag zu warten. Sie sind Auftragskiller. Doch es kommen nur merkwürdige Botschaften aus dem Lastenaufzug im Raum. Essensbestellungen. Regie führt Mona-Julia Sabaschus.

Zumindest unter Theaterleuten hat sich der Gag, bei klassischen Texten das l durch ein n zu ersetzen über ein Jahrhundert lang als Witz erhalten. Otenno oder Wannensteins Nager.
Er entstammt einer 128 Jahre alten Komödie zweier Karnevalisten, Carl Laufs und Wilhelm Jacoby, die immer wieder auf den Spielplänen steht, „Pension Schöller“. Wohl, weil die Grundidee des Stücks, schon ziemlich irre ist. Da will ein reicher Provinzler seinen Stammstischbrüdern damit imponieren, dass er ihnen die Insassen eines Berliner Irrenhauses als Attraktion in seinem Herrenhaus bietet. Sein Neffe, in Geldnot, verspricht ihm, ihn in eine private Heilanstalt zu führen. Da er keine kennt, empfiehlt ihm der Kellner die Abendsoiree in der Pension Schöller.  Klapproth, der reiche Provinzler, gespielt von Peter Reisser, glaubt sich in einer Irrenanstalt und hält die Pensionsgäste entsprechend für schwer gestört. Was nicht so schwer ist. Regie führt Folke Braband bei diesem Schwank fürs Große Haus des Stadttheaters Ingolstadt.

Kulturkanal am 27.04.2018
    
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