Musical"Stella"; "Sinti"-Ausst.;Le Bigres Lithos in EI

von Isabella Kreim

Szenenapplaus nach einem Song der Titelheldin und ihrer tanzenden und singenden Boygroup fällt bei diesem Musical schwer. Denn würde man damit nicht gleichzeitig die Rechtfertigungs- und Verleugnungsstrategie dieser Stella beklatschen, die als Jüdin versteckte Juden an die Gestapo verraten und ihre schrecklichen Taten weder eingestanden noch bereut hat?
Der Stoff ist heikel. Aber das macht gerade die Qualität dieses preisgekrönten Musicals „Stella – Das blonde Gespenst vom Kurfürstendamm“ aus. Nach der Uraufführung im letzten Jahr in der Neuköllner Oper hat Brian Bell es nun am Stadttheater Ingolstadt inszeniert. Es ist eine wahre Geschichte, die Librettist Peter Lund und Komponist Wolfgang Böhmer dabei verarbeitet haben.

Der Völkermord an den Sinti und Roma ist längst nicht in gleicher Weise im Nachkriegsdeutschland thematisiert worden wie der Holocaust, dem die jüdische Bevölkerung zum Opfer fiel. Auch in Ingolstadt sind die jüdischen Mitbürger und ihre Schicksale gut recherchiert. Über die hier seit Generationen lebenden Sinti wissen wir fast nichts.
Auch aus Ingolstädter Sinti-Familien sind Foto-Dokumente in der vom Dokumentations- und Kulturzentrum der Sinti und Roma in Heidelberg konzipierten Ausstellung "Völkermord an den Sinti udn Roma und der lange Kampf um Anerkennung"  zu sehen,die am Mittwoch im Bayerischen Armeemuseum im Neuen Schloss eröffnet wird.

Lithographie-Werkstatt Eichstätt: Auch die in den letzten Wochen in Eichstätt entstandenen Arbeiten von Jodi Le Bigre aus Glasgow sind akribische Zeichnungen auf Stein einer Quitte und anderer Früchte – ganz im Stil und der Tradition naturkundlicher Abbildungen, wie sie aus dem botanischen Prachtwerk Hortus eystettensis über den berühmten fürstbischöflichen Pflanzengarten der Willibaldsburg bekannt sind.

Kulturkanal am 23.10.2017
    
zurück | Startseite | Macher | Unterstützer | Links | RSS-Feed | Kontakt | Impressum