Proben "Geisterbräu" Vohburg, Gastspiel "Mahagonny" IN

von Isabella Kreim

Auf der Freilichtbühne Vohburg auf dem Burgberg wird heuer ab 29. Juni „Der Geisterbräu“ des Pfaffenhofener Autors Joseph Maria Lutz gespielt. Wieder sind an die 100 Theaterbegeisterte dabei, um diese bayerische Komödie auf die Bühne auf dem Burgberg zu bringen.
Der erst vor kurzem verstorbene Verwaltungsleiter des Theaters Ingolstadt, Siegfried Ostermeier, der bereits vor 2 Jahren das „Kgl. Bayerische Amtsgericht“ für die Vohburger Freilichtspiele bearbeitet hat, lässt das in den 1930er Jahren geschriebene Stück 1954 spielen: Wirtschaftswunder, Wunder von Bern, Petticoats und Rockn'roll, VW Käfer und Cadillac.

 Das größte Verbrechen ist es, kein Geld zu haben und die Zeche zu prellen. Dafür wird Jimmy zum Tod verurteilt.
Doch darüberhinaus bleiben der Aufschwung, die Agonie und der Untergang dieses Modellprojekts für ein gutes Leben ziemlich unklar in der Aufführung von "Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny" vom Landestheater Salzburg.
Regisseur Jacopo Spirei hat Bert Brechts Kapitalismus-Kritik durch Kritik an der Digitalisierung ersetzt.
Dem Konzept fehlt es an Schlüssigkeit, und so bleibt die Cyberwelt weitgehend Dekor, das in seiner Trivialität eher den Blick verstellt auf die Grundfragen von Wünschen und Scheitern eines menschenwürdigen Lebens.
Das unter der Leitung von Adrian Kelly spielende Salzburger Mozarteumorchester ist nicht gerade prädestiniert für Kurt Weills jazzig-laszive Tonwelt, das Sängerensemble, allen voran Franz Supper in der Tenorpartie des Jimmy Mahoney, singt mit viel schönem Stimmmaterial sehr ansprechend.

Kulturkanal am 09.06.2017
    
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