Furioses Mord-Spektakel "Dreamtime"

Furioses Mord-Spektakel "Dreamtime"

von Isabella Kreim

"Dreamtime“ im Kleinen Haus des Stadttheaters: Das ist Shakespeares „Macbeth“, elementar und drastisch als böser Alptraum von Macht und Mord mit Musik der Tiger Lillies.
Knut Webers fulminantes Theaterspektakel ist wild, blutig, grell - und dazwischen als schaurig-schöner Kontrast: Die Songs der Tiger Lillies  im Kinderlied- und Jahrmarkton, einfach und eingängig wie ein Wiegenlied wird da vom großen Schlachten gesungen. Diese bittere Ironie, dieser Kontrast aus Erschrecken und mit schrägen Sounds angerauten schauerlich-schönen Moritaten ist das Faszinierende an dieser Shakespeare-Version.
Und Knut Weber entfesselt starke Bilder und das ganze Spektrum großer Theatermittel, um den brutalen Kern dieser Geschichte als nächtlichen Alptraum vor Augen zu führen.
Die Multiplizierung der Macbeth- und Lady-Darsteller suggeriert die vielfältige Wiederkehr der immer gleichen Kettenreaktion, mit der die erste Unrechtstat, die Aneignung der Königskrone Mord um Mord nach sich zieht.
Und Dank der fröhlichen Ohrwurm-Melodien und kleiner ironischer Gesten geht man nicht erschlagen von diesem grausamen Jahrmarktsspektakel, sondern in jeder Hinsicht beglückt nach Hause.
Hier stimmt einfach alles. Frenetischer Jubel bei der Premiere von „Dreamtime“ im Kleinen Haus.

Kulturkanal am 11.12.2017
    
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