Cellistin Raphaela Gromes begeistert mit Gulda

Cellistin Raphaela Gromes begeistert mit Gulda

von Isabella Kreim

Bis zur Pause hatte man einigen Grund sich Sorgen zu machen.
Diese Bläser, die da ziemlich uninspiriert, fad und freudlos ein Frühwerk-Notturno von Mendellsohn-Bartholdy und eine Bläser-Serenade von Antonin Dvorak spielten, sollten nach der Pause die Cellistin Raphaela Gromes bei dem furiosen Cellokonzert von Friedrich Gulda begleiten, das alles verlangt, was das Bläserensemble der Württembergischen Philharmonie Reutlingen vermissen ließ: musikalische Leidenschaft, Temperament und Witz.
Die 25jährige Cellistin, die vor 5 Jahren an selber Stelle, dem Ingolstädter Theaterfestsaal den Musikförderungspreis des Konzertvereins Ingolstadt gewonnen hat und danach beim Vorspungfestival der Audi Sommerkonzerte mit Kent Nagano und mit einem zeitgenössischen Cello-Duo-Konzert mit der Audi Bläserphilharmonie wieder in Ingolstadt aufgetreten ist und überhaupt eine beachtliche Solokarriere gemacht hat, würde es schwer haben.

Aber Raphaela Gromes wischte vom ersten Ton an alle Trägheitsmomente des mit Gitarre und Schlagzeug verstärkten Bläserensembles beiseite und riss mit ihrer Musizierfreude Orchester wie Publikum mit. Sie beherrscht das technisch extrem schwierige Stück so souverän, dass sie mit strahlendem Lächeln auch den Witz und das ironische Augenzwinkern in der schwelgerischen Melodienseligkeit wie die abrupten kraftstrotzenden Jazz-Kontraste auskosten konnte. Großartig! Begeisterter Jubel für diese hinreißende Cellistin. Ihre nächsten beiden CDs werden bei Sony Klassik erscheinen.

Foto: Johannes Seifert

Kulturkanal am 23.01.2017
    
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